HDMI Buchse Belegung

Die Basis von HDMI besteht aus TMDS, das steht für Transition-Minimized Differential Signaling. TMDS wurde von Silicon Image als Verfahren zur Übertragung digitaler Hochgeschwindigkeitsdaten entwickelt. Das Verfahren benutzt einen intelligenten Algorithmus, der elektromagnetische Interferenzen (EMI) reduziert und die Synchronisation bei erstaunlichen Entfernungen bis zu 30 m ermöglicht. Das Verfahren arbeitet auch bei einer hohen Signal-Schräglage im Kabel. Das ist ziemlich schwierig, da die dünnen Litzen eigentlich nicht in der Lage sind, vernünftige Videobilder über größere Strecken zu übertragen. Bei HDMI 2.0 betragen die Bandbreiten immerhin 600 MHz.

TMDS ähnelt der analogen RGB-Übertragung. Es verwendet 4 Kanäle: Rot, Grün, Blau und Synchronisation. Diese sind als Twisted-Pair ausgeführt und beanspruchen jeweils 3 Leitungen im HDMI-Kabel (siehe Titelbild).  Über diese 4 Kanäle werden die eigentlichen Audio- und Video-Signale per HDMI übertragen. Audio wird in die Farbkanäle eingebettet. Dies ist der Grund, weshalb Sie Audiosignale nicht separat von HDMI übertragen können. Sie benötigen dazu einen HDMI Audio Extractor, der das Audiosignal herausfiltert.

Über den Digital Display Data Channel (DDC) werden EDID-Daten ausgetauscht. Näheres hierzu finden Sie in unserem separatem Beitrag über EDID.

Die 5 V Spannung speist HDMI-Chips in verbundenen, aber ausgeschalteten Geräten. So können auch inaktive Geräte EDID-Informationen liefern und CEC-Befehle empfangen. Man kann diese Stromversorgung auch benutzen, um HDMI-Repeater oder HDMI-Splitter mit geringer Stromaufnahme fernzuspeisen. Ein HDMI-Gerät muss gemäß Spezifikation mindestens 55 mA liefern können. Üblich sind heutzutage mindestens 200 mA, einzelne Geräte schaffen auch 1000 mA. Leider wird das selten dokumentiert. Einen ersten Hinweis liefert die Leistung des Steckernetzteils – sofern vorhanden. Wenn die Leistungsaufnahme des Hauptgerätes beispielsweise 8 W beträgt, das Netzteil aber 12 V und 1 A (also 12 W) liefern kann, gibt es zumindest eine theoretische Reserve für die HDMI-Stromversorgung.

CEC ist ein einpoliger, bi-direktionaler Serieller Bus. Über CEC kommunizieren die HDMI-Geräte mit dem Fernseher (siehe Beitrag über CEC).

Der Pin 19 hat gleich mehre Funktionen: Die Hot-Plug-Erkennung registriert ein bei laufender Übertragung hinzugekommenes Gerät. Über die HDMI over Ethernet  Funktion ist es seit HDMI 1.4 möglich, dass ein HDMI-Gerät an ein Netzwerk (LAN / Internet) angeschlossen ist und die anderen HDMI-Geräte diese Verbindung mitnutzen. Das wäre eine feine Sache, wenn es denn umgesetzt würde. Leider verwendet diese Funktion kein Consumer-Gerät. Der Audio Return Channel benutzt dieselbe Leitung und ist inzwischen weit verbreitet. Weitere Informationen finden Sie im Beitrag über den ARC.

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