HDMI EDID

Häufig stößt man im Kontext von HDMI auf die Bezeichnung EDID. Doch was ist das eigentlich?

Die Idee hinter EDID (Extended Display Identification Data) ist ein Nutzer-freundliches Plug & Play Konzept: Ein HDMI-Gerät soll nur das Format ausgeben, welches von Endgerät verarbeitet werden kann. Dies wird über EDID-Daten ausgehandelt. Beispielsweise soll kein 4K-TV Bild auf einem Full-HD-Fernseher ausgeben werden – der Fernseher kann es nämlich weder verarbeiten noch darstellen. Ohne EDID hätte man in einem solchen Fall keine Menü-Einblendungen mehr, nur Schwarzbild. Da wird es schwer, manuell eine andere Auflösung einzustellen. Daher ist es also sinnvoll, wenn die HDMI-Quelle aufgrund der EDID-Daten weiß, welche Bildformate unterstützt werden. So kann sie Pixelanzahl, Farbraum, Bildfrequenz optimal anpassen.

Der Ton wird genauso gehandhabt. Daher wird ein Dolby Digital 5.1 Ton nur ausgegeben, wenn die Gegenstelle dies unterstützt. Fernseher haben im allgemeinen nur Stereo-Lautsprecher und verarbeiten keinen Surround-Sound. Eine Ausnahme bilden Fernseher mit Audio-Digitalausgängen. Diese nehmen auch 5.1 Ton entgegen, wenn die HDMI-Quelle es liefern kann. Der Fernseher selbst bleibt dann aber stumm. Und leitet den Ton an einen AV-Receiver oder Surround-Bar weiter.

Per EID signalisiert das HDMI-Endgerät (also Fernseher, Projektor oder AV-Receiver), welche Fähigkeiten und Formate unterstützt werden. Dies sieht beispielsweise so aus:

HDMI EDID Daten
So meldet sich ein Fernseher per EDID – übersetzt aus den Maschinendaten (Auszug)

Im obigen Beispiel kann man erkennen, dass der Fernseher eine native Auflösung von 3840×2160 Pixel hat. Es ist also ein 4K TV. Darunter aufgeführt sind die möglichen Auflösungen, die per HDMI entgegen genommen werden. Auch die Tonformate, welche der Fernseher verarbeiten kann, sind aufgelistet. Im Beispiel sind dies DTS und AC3 (Dolby Digital) bis 5.1 Sound sowie Stereo.

Eine angeschlossene HDMI-Quelle liefert stets das bestmögliche Format aus, welche im Medium enthalten ist und vom Endgerät unterstützt wird. Im obigen Beispiel kann also eine UHD Blu-ray  mit 5.1 Ton an diesem Fernseher abgespielt werden. Die Ausgabe von 7.1 Ton ist nicht möglich, da dies der Fernseher nicht unterstützt. Auch wenn 7.1 Ton gespeichert ist, wird das nicht ausgegeben. 

Audio

Die folgenden Tonformate sind definiert und werden über EDID ausgehandelt:

Format Max. Kanäle Übertragung
LPCM 2 HDMI, SPDIF
LPCM 8 HDMI
Dolby Digital 6 HDMI, SPDIF
DTS 6 HDMI, SPDIF
Dolby Digital Plus 8 HDMI
Dolby TrueHD 8 HDMI
DTS-HD 8 HDMI

Es handelt sich hier um die technischen Formate. Dolby Atmos kann z.B. über Dolby Digital Plus (komprimiert) oder über Dolby TrueHD (unkomprimiert) übertragen werden und bis zu 128 Tonspuren enthalten. 

HDMI-Splitter und EDID-Modus

Kompliziert wird es, wenn nicht nur eine Quelle und ein Fernseher das Format aushandeln. Wenn Sie z.B. über einen HDMI-Splitter einen zweiten Fernseher anschließen, der andere Fähigkeiten hat. Daher besitzen bessere Splitter ein EDID-Management. Also eine indirekte Einstellmöglichkeit für die Ausgabe der HDMI-Quelle. Mit einer EDID-Copy-Funktion täuscht ein HDMI-Splitter der HDMI-Quelle vor, es wären 2 gleiche Endgeräte angeschlossen. Die Priorität hängt vom Anschluss ab. Was passiert beim Anschluss eines 4K Fernsehers und eines Full-HD-Fernsehers an eine Quelle? Es wird 4K ausgegeben, wenn die Copy-EDID-Funktion für das 4K Display eingeschaltet ist. Der Full-HD-Fernseher hat dann weder Bild noch Ton. Denn er kann das Signal nicht verarbeiten. (Wenn jedoch der Kopierschutz HDCP 2.2 aktiv ist, wird an beide Geräte nur Full-HD ausgegeben. Full-HD-Geräte unterstützen HDCP 2.2 nicht.) 

Eine Einstellung in einem Mixed- oder Bypass-Modus mischt die Fähigkeiten der Endgeräte. Damit ist immer für eine Verarbeitung des HDMI-Signals gesorgt. Aber vielleicht nicht so wie gewünscht. Bei Anschluss von Projektor und Fernseher an einen HDMI-Splitter möchte man gerne Surroundsound an den Fernseher liefern (der an einem Surround-System hängt), was der Projektor nicht unterstützt. Dass der Projektor stumm bleibt, wäre sicher hinzunehmen. Bei einer solchen Konfiguration benötigt man also einen HDMI-Splitter, der den Fernseher bevorzugt.

Das strikte, automatische Aushandeln per EDID weichen einige neuere Geräte etwas auf. Es ist zwar sehr flexibel, wenn z.B. der neue Fire TV Stick 4K eine manuelle Einstellung des Soundformats ermöglicht. Aber es weiß nicht jeder Anwender, dass bei DD+ Sound der Fernseher stumm bleibt und nur über einen AV-Receiver mit entsprechendem Decoder erschallt.

Zu erwähnen ist noch, dass es separate HDMI EDID-Emulatoren gibt. Hiermit kann ganz gezielt eine bestimmte EDID-Information an die HDMI-Quelle geliefert werden. So können unterstützte Bildauflösung, Bildfrequenz, Farbraum, Soundformat und mehr gezielt manipuliert werden.

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